Kreishandwerkerschaft Tuttlingen

Moltkestr. 7
78532 Tuttlingen

Tel: 07461 / 2201
Fax: 07461 / 12302

Öffnungszeiten:
Montag - Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr
Montag - Mittwoch von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Donnerstag von 13.00 bis 18.00 Uhr

Brot- und Brötchenprüfung

Die wichtigsten Kriterien der am heutigen Dienstag in den Räumen der Volksbank Rottweil e.G. stattfindenden Brot- und Brötchenprüfung sind Kruste und Krume, die Lockerung, die Struktur und Elastizität, vor allem aber Geruch und Geschmack, die besonders stark gewichtet werden. Die Bewertung des zu prüfenden Produktes erfolgt rein nach sensorischen Gesichtspunkten, so Obermeister Dietmar Link aus Trossingen.

Im Vorgespräch haben Obermeister Dietmar Link, Innungsgeschäftsführer Kurt Scherfer und Henry Rauner, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Rottweil e.G., auf den Genossenschaftsgedanken hingewiesen. So ist es kein Zufall, dass die Brot- und Brötchenprüfung schon seit Jahren in der Volksbank Rottweil stattfindet. Zum 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, dem großen Gründervater des deutschen Genossenschaftswesens – neben Hermann Schulze-Delitzsch -  wird dies besonders deutlich, denn gerade auch im Bäckerhandwerk spielt der Genossenschaftsgedanke eine sehr große Rolle. Durch die BÄKO (Bäckereieinkaufsgenossenschaft) ist ein hoher Qualitätsstandard gewährleistet. Dies spiegelt sich auch in der Kundenzufriedenheit wider, so Obermeister Dietmar Link.

Qualitätsprüfer Manfred Stiefel vom Qualitätsdienst des Deutschen Brotinstituts testet ausschließlich handwerklich selbst hergestellte Brote und Brötchen. Er arbeitet nach wissenschaftlichen Kriterien. Wenn alles rundum optimal ist, werden 100 Punkte vergeben. Fehlt nur ein Punkt wird aus dem sehr gut ein gut. Für die Betriebe ist diese Prüfung aber auch aus einem anderen Grund wichtig. Denn im Gespräch mit dem Prüfer erfahren die Bäcker, was an dem Produkt gefallen hat oder was noch verbessert werden kann. Erweist sich ein getestetes Produkt über drei Kalenderjahre in Folge konstant als „sehr gut“, wird hierfür die GOLD-Auszeichnung des Deutschen Brotinstituts vergeben. Alle mit „sehr gut“ oder „gut“ prämierten Produkte werden mit einer Urkunde des Deutschen Brotinstituts ausgezeichnet.

Wirtschaftlich zeigt sich das Bäckerhandwerk im vergangen Jahr zufrieden, so Geschäftsführer Kurt Scherfer. Allerdings sind die steigenden Stromkosten für die handwerklich produzierenden Bäckereien, trotz Reduzierung des Verbrauchs durch neue Maschinen oder LED-Beleuchtung, ein Ärgernis. Gerade die handwerklich produzierenden Betriebe können die steigenden Zusatzkosten nicht in voller Höhe an die Kunden weitergeben. Industriell arbeitende Großbäckereien hingegen sind nach wie vor von der EEG-Umlage befreit. Dies ist eine deutliche Wettbewerbsverzerrung, so der Geschäftsführer.

 Brotpruefung2klein

Henry Rauner (links) mit Obermeister Dietmar Link und Geschäftsführer Kurt Scherfer (rechts) mit einer kleinen Auswahl der zu prüfenden Produkte

Brotpruefungklein

Jahreshauptversammlung

Neben dem Referat von Geschäftsführer Andreas Kofler, Landesinnungsverband für das Württembergische Bäckerhandwerk, zur allgemeinen Situation des Bäckerhandwerks, standen vor allem die Neuwahlen im Fokus der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Bäcker-Innung Tuttlingen-Rottweil.

So ging der scheidende Obermeister Dietmar Link, Trossingen, auf die Entwicklungen des Bäckerhandwerks in der Region ebenso ein  wie auf die zahlreichen Innungsaktivitäten. Der in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Konstanz initiierte Workshop „Startklar – aktiv und erfolgreich in die Ausbildung“ wurde ein voller Erfolg. Ebenso erfolgreich verlief auch die Brot- und Brötchenprüfung. Im Projekt „Bäckerausbildung“ wurde ebenfalls gemeinsam mit der Handwerkskammer Konstanz die Praktikumsplatzermittlung für Flüchtlinge  erfolgreich abgeschlossen. Nachfolgend gab der Obermeister einen Rückblick seiner insgesamt 18-jährigen Obermeistertätigkeit, in die unter anderem auch die erfolgreiche Fusion der beiden Bäcker-Innungen aus Tuttlingen und Schramberg-Oberndorf-Sulz fiel.

Von guten finanziellen Verhältnissen wusste auch Geschäftsführer Kurt Scherfer zu berichten. Nachfolgend wurden die Jahresrechnung wie auch der Haushaltsplan jeweils einstimmig verabschiedet.

Bei den sich anschließenden Neuwahlen wurde Daniel Link, Trossingen, einstimmig zum neuen Obermeister gewählt. Im Amt des Stellvertreters wurde Marc Schneckenburger aus Tuttlingen, ebenfalls einstimmig, bestätigt. Für das scheidende Vorstandsmitglied Reinhard Bailer, Immendingen, wurde Tobias Licht, Dürbheim, neu in die Vorstandschaft der Innung gewählt. In ihren Ämtern bestätigt wurden: 

Lehrlingswart Albert Hengstler, Deilingen und die Vorstandsmitglieder:        

Martina Heinz, Tuttlingen

Armin Rumez, Aichhalden

Gunter Haffa, Rietheim-Weilheim.

Des Weiteren folgten die Wahlen in den einzelnen Ausschüssen.

Nachfolgend wurden die beiden scheidenden Ehrenamtsträger Dietmar Link und Reinhard Bailer seitens der Handwerkskammer Konstanz mit der Goldenen bzw. Silbernen Ehrennadel durch Präsident Gotthard Reiner geehrt. Seitens des Landesinnungsverbandes für das Württembergische Bäckerhandwerk wurde ebenfalls die Goldene Ehrennadel an die Geehrten verliehen.

Um besser im Markt bestehen zu können, sieht Verbandsgeschäftsführer Andreas Kofler – im Rahmen seines Vortrags - die Regionalität als eine große „Trumpfkarte“ für das Bäckerhandwerk. Diese gilt es natürlich dann auch auszuspielen, so Kofler weiter. Allerdings sieht er deutliche Wettbewerbsverzerrungen im Bereich der EEG-Umlage. Diese Umlage ist Bestandteil des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das im Jahre 2003 durch die Bundesregierung verabschiedet wurde. Im Gegensatz zu großen Backindustriebetrieben, die besonders viel Strom benötigen oder in starkem internationalen Wettbewerb stehen und dadurch teilweise von der Umlage befreit sind, zahlt der handwerklich produzierende Bäcker die volle Umlage. Dadurch entsteht natürlich auch eine Strompreisdiskriminierung von privaten Anwendern und den mittelständischen Unternehmen, die die Preisvorteile der großen Stromkunden mitfinanzieren müssen.

Ebenso gilt es natürlich auch dem drohenden Facharbeitermangel entgegenzuwirken. Insofern muss noch mehr unternommen werden, um geeigneten Nachwuchs zu finden. Denn Bäcker ist ein vielseitiger, interessanter und kreativer Beruf, der vor allem auch eins bietet: eine Jobgarantie.

JHV1klein

Mit den Geehrten, Obermeister Dietmar Link (3.v.links) und Reinhard Bailer (4.v.links), freuen sich Verbandsgeschäftsführer Andreas Kofler (links), Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner( 2.v.links) und Kreishandwerksmeister Armin Schumacher (2.v.rechts) sowie Innungsgeschäftsführer Kurt Scherfer (rechts).

 JHV2klein

Die neu gewählte Vorstandschaft der Bäcker-Innung Tuttlingen-Rottweil von rechts nach links: Gunter Haffa, Albert Hengstler, Martina Heinz,  Armin Rumez, Marc Schneckenburger, Daniel Link, Tobias Licht und Geschäftsführer Kurt Scherfer.