Gesellenbrief krönt erfolgreiches Ausbildungsende im Handwerk
„Unsere Gesellschaft muss dem Handwerk unbedingt mehr Aufmerksamkeit entgegenbringen“, ist die wichtigste Botschaft an die zahlreichen Gäste am Freitagabend bei der Freisprechungsfeier in der Stadthalle gewesen. Kreishandwrksmeister Bernd Simon unterstrich vor den politischen Ehrengästen Guido Wolf (MdL), Bürgermeister Markus Hugger und Handwerkskammerpräsident Werner Rottler die wichtige Rolle der handwerklichen Betriebe in der Wertschöpfungskette. Um dem dramatischen Mangel in bestimmten Sparten entgegen zu steuern, müsse man zu einer ganzheitlichen Berufsberatung und entsprechenden Lehrerausbildung kommen, denn nur so könne man den Nachwuchs sicherstellen. Beispielsweise hätten 45 Prozent der Abiturienten große Probleme in der Mathematik. Simon sieht die Politik in der Pflicht, hier die einseitig gestellten Weichen zu korrigieren, denn nicht jeder Jugendliche sei zum Studium geeignet. „Nicht nur die akademische Bildung gehört staatlich gefördert, auch die Gebühren für die Meisterlehrgänge im Handwerk müssten ersetzt werden“. Und dass es überhaupt ohne die Fachhandwerker um die angestrebte Energiewende schlecht bestellt sei, unterstreiche die zentrale Bedeutung des heimischen Handwerks, betonte Simon.
Allerdings erwarteten die meisten der frischgebackenen Handwerker, Ausbilder, Meister und Angehörigen keine hinlänglich bekannten schlechten Lagebeschreibungen, sondern waren gespannt auf die Übergabe der begehrten Gesellenbriefe aus der Hand von Geschäftsführer Uwe Schmidt.
Zuvor interviewte Schmidt die beiden erfolgreichen Inliner-Alpine-Sportasse Lisa Schmitt und Roland Keller von der TG Tuttlingen. Die beiden Talente können auf zahlreiche nationale und internationale Erfolge in dieser rasanten Randsportart stolz sein. Im lockeren Gespräch bekannten sie, dass es bei ihnen neben vielen Siegen auch immer wieder Niederlagen im Sport gegeben habe. Letztendlich käme es aber, genauso wie in der Lehrzeit, auf das Durchhaltevermögen und das Aufstehen in Krisen an.
Bei der feierlichen Übergabe der Zertifikate unter der jeweiligen Mitwirkung der Obermeister der Innungen von A wie Anlagenmechaniker bis Z wie Zimmerer wurde offenkundig, wie gravierend sich der Nachwuchsmangel in den Berufen der Nahrungsversorgung und dem Baubereich zuspitzt. Dabei wäre die Situation noch viel schlechter, wenn nicht die zahlreichen Jugendlichen mit einem Migrationshintergrund in den Lehrberufen die Lücken etwas schließen würden. Besonders stark applaudiert wurde den jeweiligen Kammer- und Innungsbesten. Sonderbeifall erhielten die besonders traditionsbewussten Zimmerleute und Schornsteinfeger in den schmucken Berufskleidungen. Da die Spitzenergebnisse auf Landes- und Bundesebene zum Freisprechungsdatum noch nicht vorhanden waren, konnten die Prüfungsbesten noch nicht bekannt gegeben werden.
Die „waschechte“ Handwerkerband Rosewood aus Aldingen mit Alexander Efinger umrahmte die Gala fetzig. Für das leibliche Wohl sorgte in bewährter Weise der Feuerwehrnachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr Spaichingen.

Die besten Junggesellen- und Gesellinnen werden umrahmt von Geschäftsführer Uwe Schmidt (links), Handwerkskammerpräsident Werner Rottler (rechts) und Kreishandwerksmeister Bernd Simon 
Geschäftsführer Uwe Schmidt im Interview mit den beiden Inline-Alpine-Sportasse Lisa Schmid und Roland Keller 
Politische Gäste von links Kammerpräsident Werner Rottler, Guido Wolf MdL, zwei Glücksbringer der Schornsteinfeger-Innung sowie Kreishandwerksmeister Bernd Simon

